
Um ein tolles und fachgerechtes Tapezierergebnis zu erzielen ist das richtige Tapezierzubehör das A und O. Dazu gehört nicht nur der Tapetenkleister und Tapezierwerkzeuge wie Tapeziertisch, Cuttermesser und Fellrolle, das wichtigste Zubehör sind die Tapetenrollen. Hat man das richtige Tapezierzubehör zur Hand, braucht es nur noch ein wenig Geschick, und das Tapezierergebnis sieht aus, als wäre es von Meisterhand gemacht.

Tapeten sind nicht nur einfache Wandbekleidungen, sie schaffen Atmosphäre und Behaglichkeit. Die Wandbekleidung spiegelt dabei die Persönlichkeit des Bewohners wieder. Von der einfachen Raufaser Tapete bis zur kreativen Poster Tapete sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Doch Unterschiede gibt es nicht nur im Design, auch in Art und Struktur sind kaum Grenzen gesetzt. Das persönliche Ambiente kann so individuell gestaltet werden.
Beim Kauf jedoch geht es nicht nur darum, die schönste Tapete zu erwischen, man sollte sich vorher Gedanken machen, wie das Ergebnis werden soll, dazu gehört Farbe, Art der Tapete sowie die Anzahl der Tapetenrollen.
Um die gleiche Tapete zu kaufen, reicht es meist nicht, nach dem Design zu gehen, kleien Unterschiede, besonders beim Nachkauf können das Tapezierergebnis beinträchtigen. Auf jeder Tapetenrolle steht eine Artikelnummer,stimmt diese auf den Rollen überein, kann man sich sicher sein, ein gleichmässiges Ergebnis zu erzielen.
Hat man sich für eine Farbe oder ein Design entschieden, ist die Art und Struktur der Wandbekleidung wichtig. Sie entscheidet über weitere Vorgehensweisen, den Verschnitt und den zu verwendenden Tapetenkleister.
Glasfaser:
Glasgewebe bestehen aus mineralischen Rohstoffen aus Quarzsand, Kalk und Soda, das miteinander verschmolzen wird. Durch die Verschmelzung entstehen lange Fasern, die zu verschiedenen Strukturen und Dichten verwoben werden. Durch eine spezielle Behandlung werden Wandbekleidungen aus Glasfasern verfestigt, gebunden und saugärmer gemacht. Glasfasertapeten sind auch für die Kleistermaschine geeignet.
Metalltapeten:
Sie bestehen aus Papier oder Vlies beschichtet mit einer Aluminiumschicht. Es sind verschiedene Designs und Variationen möglich, so z.B. gefärbt, geprägt, geriffelt. Um eine gute und haltbare Verklebung zu garantieren, kommt es hier auf einen guten Tapetenkleister an. Besonders gut eignet sich ein wasserarmer Dispersionsklebstoff. Auch die Untergrundvorbereitung ist bei Metalltapeten sehr wichtig.
Papiertapeten:
Papiertapeten gibt es in großer Design-und Qualitätsvielfalt. Auch eine Hohe Farbanzahl ist erhältlich. Papiertapeten gibt es verschiedenen Stärken. Das Flächengewicht ist variabel, von leicht bis schwer, es unterscheidet sich dabei von 90 g/qm bis 180 g/qm.
Prägetapete:
Diese Wandbekleidungen werden aus Papier gefertigt und geprägt. Dabei kommt es zu verschiedenen Strukturen und auch Qualitäten. Wichtig bei der Verklebung ist, dass alle Bahnen gleich lang einweichen. Eine weiche Tapezierbürste hilft beim Andrücken an die Wand. Bitte keine harten Naht- oder Gummiroller einsetzen.
Raufasertapeten:
Sie ist die bekannteste Tapetenart und der Top Seller. Sie sind unkompliziert und aufgrund ihrer Zusammensetzung aus Holzspänen und Papiermasse, die zusammen gepresst werden, biologisch verträglich.
Strukturtapeten:
Wandbekleidungen mit Struktur reagieren sehr auf Licht, denn ihre strukturierte und reliefartige Oberfläche wirkt durch die etstehenden Schatten sehr lebendig. Strukturtapeten sind pflegeleicht und sind weder wasser- noch lichtempfindlich. Die Entfernung von Strukturtapeten ist leicht, denn sie ist komplett abziehbar. Liegen sie auf Papierträgern, ist eine Strukturtapete spaltbar.
Textiltapeten:
Textiltapeten bestehen aus zwei Schichten, zum einen einem Papierträger und zum anderen aus einer textilen Oberfläche, bestehend aus natürlichen oder synthetischen Garnen, Filzen oder ähnlichen Stoffgeweben. Anforderung an eine Textiltapete ist nicht nur das exklusive Aussehen, auch leichtes Tapezieren und hohe Qualität sind wichtige Aspekte.
Vinyltapeten:
Sie bestehen ebenfalls aus einem Zwei-Schicht-System. Der Träger besteht aus Vlies oder Papier, die Oberfläche aus Vinyl. Vinyltapeten können wunderbar in Feuchträumen eingesetzt werden, da die Wandbekleidung sehr strapazierfähig ist. Vinyltapeten sind schwer entflammbar, was den Einsatz in Küche und anderen schwierigen Bereichen möglich macht. Beim Tapezieren von Vinyltapeten ist darauf zu achten, dass nach dem Kleistern alle Bahnen zusammengelegt und nochmals aufgerollt werden. Die Weichzeit berträgt 5 - 10 Minuten. Soll die Tapete bei Renovierung entfernt werden, kann die Vinylschicht abgezogen werden.
Vliestapeten:
Sie sind modisch und aktuell. Dabei gibt es bei Vliestapeten viele Vorteile. Sie sind leicht zu schneiden und dabei reissfest. Eine einfache Verklebung auch bei diversen Techniken, sowie keine Weichzeiten garantieren eine einfache Handhabung. Und bei Renovierung ist die Vliestapete leicht zu entfernen, da sie restlos abziehbar ist.
Hat man sich nun für eine Tapetenart entschieden, stellt sich die Frage der Tapetenrollenanzahl. Um diese zu ermitteln, wird der zu tapezierende Raum komplett ausgemessen. Nun kann anhand der Längenanzahl auf der Tapetenrolle und dem Messergebnis die Rollenanzahl leicht ausgerechnet werden und man spart sich den späteren Nachkauf von Tapetenrollen. Sicherheit bietet der Kauf von 2 zusätzlichen Rollen.



Hierbei ist es wichtig, den Verschnitt einzurechnen. Bei einer gemusterten Tapete werden bei normaler Raumhöhe ca. 3 Bahnen aus einer Rolle geschnitten. Die Restsstücke können für Tür- und Fensterseiten genutzt werden. Um den richtigen Zuschnitt zu erzielen, wird die Tapete mit dem Muster nach oben zeigend auf den Tapeziertisch gelegt und geschnitten. Dabei sollte die Bahn um ca. 10 cm als die Raumhöhe verlängert werden. Ebenfalls ist auf die genaue Passform der Muster zu achten.
Ist die Tapete ansatzfrei, kann die Bahn passend zur Raumhöhe geschnitten werden. Eine Kontrolle sollte trotzdem durchgeführt werden, indem zwei Bahnen passend aneinander gelegt werden. Die Bahn sollte oben mit einem unzerschnittenen Muster beginnen.
Bei geradem Ansatz findet sich Muster neben Muster, d.h. beim Zuschnitt, wird Muster auf Muster gelegt. Ist der Ansatz versetzt, verschiebt sich bei jeder zweiten Bahn das Muster um wenige cm. Die Zentimeterangabe der Ansätze und Rapporthöhenangaben finden sich auf dem Beizettel der Tapetenrolle. Bei versetztem Ansatz sind Bahnen 1,3,5 usw. identisch, ebenso wie 2,4,6 usw. Durch Anlegen der ungleichen Bahnen kontrolliert man den Rapport.